Den Haushalt für 2021 aufzustellen ist in vielerlei Hinsicht für uns alle eine völlig neue Situation. Im Grunde kann man hier nicht einmal wirklich von einer „Verabschiedung“ des Haushalts sprechen, höchstens von einer kurzen Trennung auf Zeit, denn der Haushalt wird uns spätestens kurz nach der Wahl erneut begegnen. In der heutigen Sitzung werden wir jedoch keine Änderungen beantragen. Um einen Stillstand in der Verwaltung zu verhindern und beispielsweise Ausschreibungen in den ersten Monaten des Jahres zu ermöglichen, haben sich die Fraktionen im Stadtparlament auf dieses gemeinsame Vorgehen geeinigt.
Auf die zukünftige Fraktion werden schon bald nach der Kommunalwahl schwierige Fragen zukommen: welche freiwilligen Leistungen wird die Stadt streichen, welche Projekte werden gestrichen oder verschoben, was können und müssen wir uns weiterhin leisten um Gewerbe, Kultur, Sport, und den sozialen Zusammenhalt, die alle im letzten Jahr schon so sehr gelitten haben, zu fördern und zu unterstützen?
Wir sind der Ansicht, dass gerade in dieser schwierigen Zeit, in der viele Bürger*innen zum Sparen gezwungen sind, die Stadt in der Pflicht ist, sich nicht hinter dem Selbstzweck eines ausgeglichenen Haushalts zu verstecken. Im Gegenteil befürworten wir gerade jetzt Investitionen zu tätigen, die auf lange Sicht einen Gewinn für die Stadt und die Stadtgemeinschaft darstellen. Unter anderem soll die Sanierung des Freibades nicht verschoben werden, Vereine sollen weiterhin unterstützt werden, Projekte zum Erreichen der Klimaneutralität, der Verkehrswende sollen weiter vorangetrieben und finanziert und die Infrastruktur in Stand gehalten werden.
Dieburg ist in der für andere Kommunen ungewohnt komfortablen Situation, noch über finanzielle Reserven zu verfügen. Diese wurden durch hohe Einnahmen, Sparsamkeit und kluges Wirtschaften angespart und sollten als Polster für schlechte Jahre zur Verfügung stehen. Diese schlechten Zeiten sind leider jetzt da, zumindest für viele Bürger*innen, die gerade jetzt auf Unterstützung angewiesen sind und viele Unternehmen, denen gerade jetzt kommunale Aufträge über die schwere Zeit helfen können. Deswegen sollen auch die Vorhaben zum Ausbau bezahlbaren Wohnraums endlich umgesetzt werden.


Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Kontinuität und frischer Wind: Dieburger GRÜNE wählen neuen Ortsverbandsvorstand
Dieburg, 2. September 2026 – Bei ihrer jüngsten Mitgliederversammlung am 2. September 2026 haben die Dieburger GRÜNEN ihren Ortsverbandsvorstand neu gewählt. Mit einer Mischung aus bewährter Erfahrung und neuen Impulsen stellt sich der Verband auf die kommenden politischen Herausforderungen ein.
Zur Vorsitzenden wurde Gerhild Krause erneut gewählt. „Wir sind fest entschlossen, die ökologischen und sozialen Anliegen unserer Stadtgesellschaft weiter voranzutreiben und gemeinsam Veränderungen zu gestalten“, so Krause. Barbara Roos wurde erneut zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Neu als weitere stellvertretende Vorsitzende kommt Franziska Vath hinzu. Damit besteht die Spitze des Vorstands aus drei Frauen, die sich zugleich in der Fraktion der Dieburger Stadtverordnetenversammlung engagieren.
Das Team wird durch folgende Personen vervollständigt:
Gerhild Krause betonte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen ihre Zeit und ihr Wissen der Gesellschaft in dieser Form zur Verfügung stellen.“ Das kontinuierliche Wachstum des Ortsverbands und das Ergebnis der letzten Kommunalwahl als zweitstärkste Fraktion zeigen, dass grüne Themen in Dieburg viele Menschen bewegen. Ein besonderer Dank gilt Christian Grau, der sich aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand zurückzieht.
Der neue Vorstand freut sich darauf, die Anliegen der Dieburgerinnen und Dieburger aufzugreifen und sich weiterhin für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft in Dieburg einzusetzen.
Klimaanpassung in Dieburg: Was wünschen sich die Menschen?
Der vergangene Sommer hat auch in Dieburg gezeigt, wie spürbar die Folgen zunehmender Hitze inzwischen sind. Deshalb wollten wir wissen: Wie erleben die Menschen in Dieburg die Hitze? Welche Klimafolgen machen ihnen Sorgen – und was wünschen sie sich für unsere Stadt?
Am 29. August 2026 haben wir dazu bei einer nicht repräsentativen Umfrage auf dem Dieburger Marktplatz Erfahrungen, Einschätzungen und Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern gesammelt.
Die Ergebnisse zeigen eine klare Richtung: Hitze wird zunehmend als Belastung wahrgenommen – körperlich und seelisch. Besonders häufig genannt wurden mehr Stadtgrün und Straßenbäume, Entsiegelung, Schatten sowie Möglichkeiten zur Abkühlung. Auch Wasserknappheit, Trockenheit und der Schutz besonders gefährdeter Menschen beschäftigen die Befragten.
Die Rückmeldungen machen deutlich: Klimaanpassung ist keine abstrakte Zukunftsaufgabe. Sie betrifft ganz konkret die Lebensqualität in unserer Stadt – auf dem Marktplatz, in Wohnquartieren, auf Spiel- und Schulhöfen und überall dort, wo Menschen sich im Sommer aufhalten.
Für uns endet die Umfrage deshalb nicht mit der Auswertung. Wir werden die Ergebnisse weiter beraten und prüfen, wie die Anregungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in die politische Arbeit und in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden können.
Unser Ziel: Klimaanpassung soll in Dieburg im Stadtbild und im Alltag sichtbar und spürbar werden.
Grünes Sommerfest 2026